Die Schleie ist einer der schönsten Friedfische überhaupt. Trotzdem werden die Moosgrünen nur selten gefangen. Natürlich lassen sich Brassen oder Rotaugen wesentlich leichter überlisten, aber wenn man einige Dinge beachtet dann kann man die grünen Schönheiten sehr erfolgreich beangeln.
Das einzige ernsthafte Problem beim Schleienangeln ist die Suche nach dem richtigen Gewässer. Eigentlich haben fast alle Süßgewässer einen Schleienbestand, aber nicht überall kann gleich gut darauf angeln. Meist hat man beim Schleienangeln mit Weißfischen als zu häufigem Beifang zu kämpfen, weil dieses fast immer zahlreicher vorkommen und auch viel schneller am Köder sind als der eigentliche Zielfisch. Aus diesem Grund sollten in einem gutes Schleiengewässer nicht zu viele Weißfische vorkommen. Die besten Schleienerfolge hatte ich bisher an Waldteichen, krautigen Tonlöchern und Dorfteichen.
Sehr flache Gewässer sind besonders im Frühjahr sehr erfolgversprechend zu befischen, während tiefe Gewässer bis in den frühen Herbst hinein gute Schleienfänge gewährleisten. In allen Monaten von Februar bis Oktober habe ich bisher schon Schleien gefangen. Es ist also unsinnig die Schleiensaison nur auf das Frühjahr zu beschränken. Ein gutes Gewässer nützt kaum was, wenn man die vorsichtigen Schleien falsch beangelt. Wer mit dicken Schnüren, großen Haken und schweren Posen zuwerke geht, macht einen entscheidenden Fehler. Da eine Schleie bei der Köderaufnahme sehr vorsichtig ist, würde sie wieder loslassen, wenn ihr etwas verdächtig vorkommt. Daher kommt für mich zum Schleienfang nur das Matchangeln in Frage. Mit vorbebleiten Wagglern bis maximal 2 g Tragkraft, Schnüren nicht stärker als 0,18 mm und dünndrähtigen Haken in den Größen 10 bis 14 steht dem Erfolg nicht mehr viel im Wege. Die Liftmontage ist für die Erkennung von Schleienbissen sehr gut geeignet. Dabei kommt der größte Teil der Bebleiung ungefähr 20 cm vor den Haken und liegt genau wie der Köder auf dem Gewässergrund. Ein weiterer Vorteil der auf einen Punkt konzentrierten Bebleiung besteht darin, dass der Köder sehr schnell zum Grund sinkt und nur selten von einem Weißfisch im Mittelwasser abgefangen wird.
Zwei verschiedene Bissvarianten sind beim Schleienangeln sehr häufig. Entweder taucht die Pose nach anfänglicher Dippern zügig ab oder sie steigt aus dem Wasser. In beiden Fällen sollte man nicht lange zögern und gleich anschlagen. Ewig warten ist nicht sinnvoll, denn dann wird die Schleie lange mit dem Köder herumspielen und ihn möglicherweise misstrauisch liegen lassen. In Zimt eingelegte Maden sind mein Lieblingsköder für Schleien. Ich habe festgestellt das der Zimtgeruch die Schleien sehr anspricht. Auch Mistwürmer werden gerne genommen. Die beiden genannten Köder sind besonders im Frühjahr unschlagbar. Auf Mais und Teig werden zwar auch immer wieder Schleien gefangen, aber die Lebendköder sind fast immer besser. Tauwürmer sind ebenfalls geeignet. Beim Aalangeln habe ich damit schon einige Male Schleien gefangen und es war auch verhältnismäßig große Exemplare. Anfüttern ist beim Schleienangeln sehr wichtig, aber dennoch stellt es auch eine große Fehlerquelle dar. Mit hellem Futter das womöglich auch noch Wolken bildet schreckt man Schleien meistens ab. Das gleiche gilt für ständiges Nachfüttern mit dicken Futterbällen. Beste Erfolge gelingen mir hingegen mit einer Futtermischung aus jeweils 50 % der Fertigfuttersorten 3000 Tanches von Sensas und Explosiv von Mosella. Ein wenig Zimt peppt das Futter noch zusätzlich auf. Außerdem gebe ich noch viele Maden beziehungsweise Wurmstücke dazu. Zu Angelbeginn werfe ich ungefähr 2 kg dieser Futtermischung ins Wasser und lege somit einen großflächigen Futterplatz an. Sobald erste Bisse kommen werden regelmäßig lose Hakenköder mit einer Schleuder eingeschossen.
Nun aber ab ans Wasser und ran an die Schleien! Ich wünsche ein kräftiges Petri Heil!!!



