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Von guten Geistern und dicken Überraschungen an der Ostsee…

Angeln an der Ostsee / Angeln auf Dorsch / Angeln auf Großforellen / Angeln auf Meerforellen / Mölterort

02.02.2007 Eigentlich sollte es für meinen Kollegen Olaf ein typischer Trollingtag auf der Ostsee werden. So waren er und sein Vater mal wieder in aller Herrgottsfrühe mit ihrem Boot Lars am Haken unterwegs und…

 

…wollten zum Slippen in den Hafen von Möltenort um den Meerforellen und Dorschen der Ostsee nachzustellen, doch schon am frühen morgen kam der erste Rückschlag. Die Sliprampe war verschlossen, der Hafenmeister nicht zu erreichen, da ist der Frust natürlich groß. Aber es gibt in Kiel ja zum Glück mehr als einen Hafen und so machten sich die beiden auf den Weg nach Schilksee um dort ihr Boot zu Wasser zu lassen. Dort angekommen fanden Sie den Briefkasten des Hafenmeisters nicht wo Sie ihre Gebühr entrichten wollten. Um das Abschleppen Ihres Trailers nicht zu Riskieren wurde dann vor Ort entschlossen die geplante Tour unter großem Frust und Ärger abzublasen.

Als ich gegen 10 Uhr per Sms die ersten Fangmeldungen von Olaf einholen wollte Berichtete er mir von seinem Debakel. Um dem Tag trotzdem noch was Positives abgewinnen zu können entschlossen wir uns kurzerhand zusammen zum Watfischen auf Meerforelle zu fahren. Als ich ihn gegen Mittag abholte stand ihm der Frust immer noch ins Gesicht geschrieben, völlig verständlich denn schließlich kam einen Tag zuvor eine Traumforelle von 91 cm in der Kieler Förde beim Schleppen zu Tage. Solche Fische motivieren natürlich jeden es selbst zu versuchen. Aber als wir am Wasser angekommen waren und uns in die Watklamotten schwangen änderte sich die Laune schlagartig. Olaf entdeckte einen Seehund der in Strandnähe immer wieder seinen freundlich dreinschauenden Kopf aus dem Wasser streckte. Das war natürlich ein paar Fotos wert, schließlich erlebt man das nicht jeden Tag beim Meerforellenfischen. Der Seehund ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und tauchte immer wieder in Unmittelbarer nähe zum Strand auf. Sind schon witzige Gesellen. Am Strand traf Olaf dann auch einen alten Bekannten der bereits eine gute ü 50 cm Forelle am Gürtel baumeln hatte. Er berichtete von einem sehr gutem Nachläufer, Fisch war also vor Ort.

Als wir ihn auf den Seehund ansprachen kam nur der Kommentar „Na dann wird’s hier gleich wohl keine Fische mehr geben!“ Davon ließen wir uns jedoch nicht abschrecken und machten uns auf zu unserer Wat und Wanderstrecke um endlich ins Wasser zu kommen. Ich ging vor und auf halber Strecke hatte ich bereits den ersten Biss den ich auch erfolgreich landen konnte. Ein strammer Grönländer hatte sich an meinem Snaps verbissen und wurde so zu einem Landgang eingeladen. Auffällig war das dem Fisch schon bei der Landung Sandaale auf dem Maul fielen. Der Fisch hatte sich total vollgefressen und einige der Tobiasfische waren noch im Schlund. Kurze Zeit später drehte der Wind, frischte kräftig auf was zur folge hatte das sich das Wasser immer weiter Eintrübte und sich eine ordentliche Welle aufbaute die das Fischen nicht wirklich angenehmer machte. Als beim zweiten Durchgang Olaf den Seehund wieder sehen konnte war für uns klar das heute jede Menge Futterfisch vorhanden sein musste. Und dann kurz nachdem wir den putzigen Gesellen erneut beim Jagen beobachtet hatten passierte es.

Ich hob im mittlerweile stark angetrübtem Wasser meinen Snaps aus dem Wasser als genau in dem Moment ein heftiger Schwall an der Oberfläche erschien und sich den schon in der Luft baumelnden Blinker schnappte.

Sowas habe ich bisher noch nicht erlebt, zum Glück war die Bremse gut eingestellt und so zog der Fisch erst mal gut Schnur von der Twin Power. Die Rute bog sich stark durch und es war klar dass ich endlich wieder eine gute Forelle am Band hatte. Nur wie den Fisch müde machen?? Ich stellte die Bremse noch einen Tick weicher ein, der Fisch zog wieder einige Meter von der Rolle und setzte sich am Boden fest. Der Schweiß stand mir sofort auf der Stirn, die Knie wurden weicher. Besonders nachdem ich vor 2 Wochen einen ähnlichen Fisch in fast gleicher Situation verloren hatte. Während ich noch am überlegen war ob ich die Forelle sich austoben lassen sollte um damit zu Riskieren das der Haken beim Sprung oder Drill ausschlitzt oder ich doch lieber mit Gewalt versuche zu Keschern stand Olaf bereits mit seinem großen Kescher neben mir.

Der sah was passierte und eilte sofort zur Hilfe. Ich zog den Fisch näher an uns ran und die Forelle versuchte auf uns beide zuzuschwimmen.“ Beine zusammen, ich kann Sie nicht sehen im trüben Wasser“ kam sofort von Olaf. Und damit tat er gut denn es kann wirklich passieren das Forellen einen Angler genau wie beim Fußball „Tunneln“. Mir persönlich ist eine mal gegen die schnell geschlossenen Beine geschwommen und an meinem Knie abgeprallt, also lieber Leser immer wachsam sein falls ihnen eine Forelle genau unter der Rutenspitze einsteigt oder im Drill auf Sie zuschwimmt. Während Olaf noch meinte ich soll den Fisch müde Drillen hatte ich mich für eine Überraschungskescheraktion entschieden. Ich zog mit Gewalt den Fisch nach oben und Olaf war sofort mit dem Kescher da. Was nun folgte war reines Glück. In dem Augenblick wo ich den Fisch an der Wasseroberfläche hatte sprang der Blinker aus dem Maul und landete im Netz von Olaf. Der schöpfte beherzt den Fisch in seinen Kescher bevor dieser überhaupt merkte wie ihm geschah. Keine Sekunde zu früh, es hätte nicht viel gefehlt und auch dieser Fisch wäre verloren gewesen. Aber so hatten wir sie als Teamwork im Kescher und ich konnte mir meine Jubelschreie unter großer Freude von Olaf nicht mehr unterdrücken. Mit einem Grinsen im Gesicht das mich sicherlich noch die nächste Woche begleiten wird und bei meinen Mitmenschen immer wieder für Irritation sorgen wird wurde der Silberbarren an den Strand gehievt.

Dort konnten wir das erste Mal den Fisch in Ruhe betrachten, 63 cm blankes Silber und ein richtiges Dickerchen lag vor uns. Wir schätzten den Fisch auf ca. 7 Pfund, natürlich war keine Waage dabei, aber wer braucht die schon wenn so ein Traumfisch vor einem am Strand liegt. Das der Begriff Heringsfresser traf bei diesem Übersteiger tatsächlich zu. Als ich den Fisch versorgte kamen sage und schreibe 13 Heringe zum Vorschein. Schon verrückt was für Fressmaschinen die Meerforellen sind. Nachdem der erste Anflug von Adrenalin verflogen war gingen wir wieder ins Wasser um den Tag der eigentlich nicht mehr getoppt werden konnte ausklingen zu lassen. Und was soll ich sagen, kurze Zeit später bekam ich die nächste Forelle an den Haken, diesmal eine knapp untermäßige die mit den besten Grüßen sich in 3 Jahren wieder bei mir zu melden in die Fluten der Ostsee entlassen wurde. Es folgten noch ein paar Bisse bei uns beiden sowie ein Aussteiger. Aber für Anfang Februar ein totaler Traumtag, 3 Fische gefangen und eine davon so ein Silberbarren. An diesem Tag passte einfach alles und an dieser Stelle möchte ich mich nochmals Herzlichst bei meinem persönlichen „gutem Geist“ Olaf Hartmann bedanken.

Olaf, ohne dich und dein beherztes Keschern im richtigen Moment wäre auch diese Großforelle für mich verloren gewesen. Besten dank für deinen Einsatz!!!!

Bei deiner nächsten Traumforelle werd ich versuchen mich zu Revanchieren. Fotos von Olaf Hartmann und Tom Rustmeier

Von Tom Rustmeier – www.Meerforellen.de.tl

Mario Bartolli
© JAHR TOP SPECIAL VERLAG
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Letzte Kommentare

  • Sauber ;-)

    Lucas Stein / 22.05.2012
  • toller bericht. ich muß es mal so versuchen wie es da steht...

    Marcel / 22.05.2012
  • Schöner Artikel, meiner Erfahrung nach reichen aber für Aa...

    Dennis Lütkenhaus / 21.05.2012

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